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Laura Brodie, Stimmen in der Nacht


Kein Thriller, aber ein gelungenes Drama !


Das Cover ist Schlicht, gewinnt aber an Bedeutung nach den ersten paar Seiten aus dem Prolog.

Zu sehen ist das Gesicht eines kleinen Mädchen, welches in grünen Klee liegt. Das Gesicht der kleinen ist schwer zu deuten, denn man erkennt keine Angst, keine Freude und kein Leid. Es ist ausdruckslos, fast schon Still.

Der Titel „Stimmen in der Nacht“ ist Pfirsichfarben und in ausgefransten Druckbuchstaben. Der Name der Autorin „Laura Brodie“ ist weiß und in klaren sowie kleineren Druckbuchstaben. Beide Schriftzüge sind leicht erhöht.

Die Inhaltsangabe ist sehr kurz, aber passend und macht den potenziellen Leser neugierig die Geschichte und dessen vermeintliche Auflösung lesen zu wollen.


Bevor die Geschichte mit dem Prolog beginnt ist ein Zitat von Emily Dickinson zu lesen.

Im Prolog, den ich persönlich recht lang finde, erfährt man mehr über die, wie im Klappentext bereits erwähnt, verhängnisvolle Nacht, bei der ein Gewaltakt das Leben aller beteiligten veränderte. Dies wird aus der Sicht von der Dozentin Emma geschildert.

Ab dem 1. Kapitel wird die Geschichte aus der Sicht von Maggie, der Tochter von Emma, erzählt, erlebt und geschildert.

Im weiteren Verlauf kommen aber noch andere Personen zu Wort, welche durch vorherige Überschriften bzw. Bezeichnungen eingeleitet werden und auf denen das Hauptaugenmerk liegt.

Trotz der unterschiedlichen Sicht- und Erzählweisen bleibt die Kerngeschichte aber immer relativ präsent.

Des Weiteren verlieren sich die Personen auch oft in ihren Gedanken, Gefühlen und vergangenen Situationen sowie Begebenheiten. Was ich allerdings nicht als störend empfand, denn so bekamen einzelne Charaktere erst ihre persönliche Note und wirkten authentischer sowie sympathischer oder eben gerade dadurch auch unsympathisch.


Am liebsten war mir die 15 jährige Maggie. Geprägt von der Schicksalhaften Nacht versucht sie sich in ihrem Leben und in der Schule durch zu kämpfen und das, zumindest Schulnotenmäßig, mit Erfolg. Ihr Vater, der sehr fürsorglich, ja – fast schon zu fürsorglich ist, und ihre beste Freundin Kate sind für Maggie der wichtigste halt, was man durch ihre beschriebenen Gedanken und Gefühlen schnell spürt.

Die damalige Nacht belastet und beschäftigt Maggie noch sehr und hat sie auch im Umgang mit anderen Menschen und in ihrem Verhalten geprägt. Sie ist Schüchtern, zurückhalten und bildet sich vorher eine Meinung über einzelne Menschen, denen sie allgemein sehr misstrauisch gegenüber steht. Zeitgleich ist sie aber ihrer Freundin und ihrem Vater gegenüber sehr liebevoll, ehrlich und fürsorglich. Fremden gegenüber benimmt sie sich, trotz ihrer Schüchternheit, sehr höflich und scheut sich auch nicht jemanden eine 2. Chance zu geben.

Alles in allem ist Maggie also ein sehr liebenswerter Teenager.


Der Schreibstil ist sehr ausführlich und es wurde sehr Bildlich und Detailreich geschrieben. Weshalb man sich die Situationen, Orte und Begebenheiten sehr gut vorstellen konnte und ebenfalls tief in die Geschichte eintauchen konnte. Durch die Suche auf die Antwort von der Frage was an dem Abend wirklich passiert ist und wieso – weshalb – warum machte die Geschichte durchweg Interessant. Die Kapitel waren von der Seitenanzahl her relativ kurz, so dass man, wenn man mal unterbrechen musste, immer ein Kapitel zu Ende lesen konnte. Weiterhin war die Geschichte sehr flüssig zu lesen.

Dennoch würde ich „Stimmen in der Nacht“ nicht als Thriller bezeichnen, denn dafür hat einfach der gewisse Thrill gefehlt. Eher war es ein Drama mit einigen Geheimnissen und überraschenden Wendungen.

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8.10.12 19:14
 



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