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Kristin Hannah, Das Geheimnis der Schwestern


„Meine Lieblingsautorin ! Sie bringt mich zum Lachen, zum Weinen – und zum Träumen !“

So lautet zumindest die Meinung von S. E. Phillips über K. Hannah und ihre Bücher und dem kann ich teilweise Zustimmen.

Denn auch wenn ich prinzipiell keine Lieblingsautoren habe, so brachte mich das Buch zum Lachen, zum Weinen und vor allem aber zum Träumen.


Aber erst einmal zum Cover.

Der Autorenname „Kristin Hannah“ ist weiß und leicht erhöht. Darunter steht, etwas kleiner, der Titel „ Das Geheimnis der Schwestern“ in dunkel Pink und ist ebenfalls leicht erhöht.

Beides liegt oben und mittig vom Cover.

Unten links im Vordergrund steht eine violette Handlaterne, daneben, rechts, ist das Kommentar von S. E. Phillips.

Die Laterne steht auf einem Steg und wird von ein paar Schilfstängel berührt. Am Steg ende sitzt eine Frau die ziemlich blass wirkt und nur ihr rotes Kleid hebt sich hervor. Dabei sieht man mit ihr zusammen in die selbe Richtung.

Ein riesiger Fluss der in eine wunderschöne Berglandschaft übergeht. Der Himmel ist blau – lilafarben und bringt etwas verträumtes mit sich.

Oft musste ich bei Situation- und Landschaftsbeschreibungen an das Cover denken.

Die Inhaltsangabe auf der Buchrückseite ist kurz aber passend und hat den selben Hintergrund wie das Cover, nur das die Laterne und die Frau fehlt.

Ganz toll fand ich auch den Buchrücken. Oft hab ich viele und starke Leserillen, was mir hier, durch seine Flexibilität, nicht passiert ist. Des Weiteren hält er den Stil vom Cover und der Rückseite.

Zu erwähnen ist auch der schöne Seiten- und Unterschnitt.

Auf dem Seitenschnitt ist, wie schon auf dem Cover, die lilafarbene Handlaterne und ein paar Schilfspitzen. Auf dem Unterschnitt sind nur ein paar Schilfstängel.

Beides ist passend zum Rest des Buches.


Beginnen tut die Geschichte mit dem Prolog, der sich 1979 abspielt. Man bekommt einen ersten Eindruck von dem Leben der 3 Schwestern und ihrer engen Verbindung.

Winona, auch von ihren Schwestern Pea genannt, ist 15 Jahre alt und die älteste. Aurora, auch Sprout genannt, ist 14 Jahre alt und die mittlere der 3 Schwestern. Vivi An oder auch Bean genannt ist 12 Jahre alt und somit die jüngste.

Zu verkraften haben sie den Tod der Mutter, die alle 3 immer ihre Gartenmädchen nannte und von der sie ihren jeweiligen Spitznamen bekamen.

Nach der kurzen Einführung geht es mit dem 1. Teil weiter, der im Jahr 1992 beginnt.

Winona hat in all den Jahren um die Gunst ihres Vaters gekämpft, doch die wurde immer nur Vivi An zu Teil. Aurora hat sich mittlerweile abgefunden wie sich die Liebe ihres Vaters verteilt.

Doch Winona kann es ihrer mittleren Schwester nicht gleich tun und somit wächst in ihr die Eifersucht auf ihre jüngste Schwester weiter und weiter, obwohl sie Zeitgleich auch weiß, dass diese nichts dafür kann.

Als sich, wie in der Inhaltsangabe erwähnt, ihre Schwester Vivi An auf Luke, der großen heimlichen Liebe von Winona, einlässt, ist diese rasend vor Eifersucht. Den auch diesmal bekommt Vivi An die volle Aufmerksamkeit von einem Menschen den Winona nah am Herzen liegt.

Statt etwas zu ihrer Schwester zu sagen, schweigt sie.

Dem Leser wird dabei sofort klar das so etwas nicht auf lange Zeit gut geht. Und so stürzt man sich zusammen mit Winona und Vivi An ins Drama.

In einem schwachen und unpassenden Moment von Vivi An taucht Winona auf, der das ganze unglaublich passend erscheint um Rache und Genugtuung zu bekommen und ihrer Schwester, die ihrer Meinung nach alles bekommt und mit Schönheit und der Liebe ihres Vaters gesegnet ist, eins auszuwischen.

Doch das war nur der erste Streich und der zweite folgt sogleich. Den Winona hat trotz ihren schweren Verrat an Vivi An noch nicht genug bekommen bzw. möchte sie sich für etwas Rächen oder eher gesagt möchte sie Vivi An für etwas bestrafen, was sie eig. gar nichts angeht.

Und somit ist das Drama perfekt und die 2 Schwestern liegen nun endgültig im Klinsch.

Auch Aurora, die eig. immer zwischen ihren Schwestern vermittelt hat, kann nun nicht mehr Schlichten und steht später auch einer ihrer Schwestern bei.

Dem Leser wird dabei klar, dass auch im 2. Teil, der im Jahr 2007 spielt, einige Probleme zu lösen sind und nichts mehr wie vorher sein wird.


Winona, die älteste der 3 Schwestern, ist eine etwas mollige aber dennoch schöne Frau, die ihr ganzes Leben lang mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat.

Begonnen hat dies schon in ihrer Kindheit und vor allem nach dem Tod ihrer Krebskranken Mutter.

Geprägt von einem Moment in ihrem Leben, in dem sie erkannte das ihr Vater die liebe zu seinen 3 Töchtern nicht gleich verteilt, ist sie auf der ständigen Suche nach Anerkennung.


Aurora, die mittlere der 3 Schwestern, bleibt etwas unscheinbarer. Doch eine Eigenschaft an ihr Sticht hervor. Und zwar ist sie die Streitschlichterin und Vermittlerin zwischen den 2 Schwestern.


Vivi An, die jüngste im Bunde, ist ein Wildsporn, sie liebt die Gefahr, das Außergewöhnliche und steht, durch ihr Talent mit Pferden hervorragend umgehen zu können, in der Gunst ihres Vaters. Des Weiteren ist sie Wunderschön und, so scheint es zumindest für ihrer Schwester, fällt ihr alles in den Schoß.


Die Geschichte wird von 2 Seiten aus geschildert. Einmal von Winona und einmal von Vivi An. Neben dem Erzählermodus gibt es auch einige Dialoge.

Dabei sind beide Parteien zu verstehen.

Ich konnte Winona ihre Verzweiflung, Wut, Einsamkeit und den Rest ihrer Emotionen nachvollziehen und teilen. Gleichzeitig konnte ich aber genauso Vivi An ihre Emotionen Nachempfinden und teilen.

Beide sind sehr authentische und sympathische Charaktere und genau dadurch konnte ich mich nicht nur für eine Seite entscheiden. Beide hatten gute Gründe für ihr Handeln, auch wenn diese von ihren Gefühlen abhängig waren.


Der Schreibstil ist leicht und dadurch ist die Geschichte flüssig zu lesen. In den Sätzen stecken jede Menge Emotionen, die einen verleiten immer weiter und weiter zu lesen.

Auch wird für niemanden Partei ergriffen und somit muss der Leser für sich selbst entscheiden auf welcher Seite er steht bzw. ob er überhaupt nur auf einer Seite stehen kann.

Des Weiteren erlebt man mit, wie Winona und Vivi An mit der Zeit Reifer werden und an ihren Aufgaben und dramatischen Situationen wachsen.

Die Zeit in der Handlung vergeht rasend schnell, mal springt man von Tag zu Tag und ein anderes mal von Monat zu Monat. Meiner Meinung nach wird die Geschichte somit noch einmal authentischer, denn manche Vorgänge haben und brauchen ihre Zeit.

Des Weiteren fand ich, dass es trotz den ein oder anderen Gefühlsmoment zu keiner Zeit zu kitschig oder zu Überzogen wirkte.

Die Namen der 3 Mädels fand ich zwar ungewohnt aber nicht weiter störend.


Der Prolog beginnt im Jahr 1992. Weiter geht es mit dem 1. Teil, der als kleine Überschrift „Vorher“ trägt. Darunter ist eine Art Definition über Leidenschaft vom Filmregisseur J. Boorman.

Der 2. Teil beginnt mit der kleinen Überschrift „Danach“ , darunter ist ebenfalls eine Art Definition, dieses mal aber über Mut von Atticus Finch aus „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee.

Zusammengefasst passt es zu den Verlauf des jeweiligen Teils super dazu.


Fazit: Ich finde das Buch „Das Geheimnis der Schwestern von Kristin Hannah“ auf jeden Fall sehr Lesenswert und es ist mMn. zurecht unter der Kategorie „Frauen“, wobei das nicht heißt das nicht auch Männer Spaß daran hätten.

☻ ☻ ☻ ☻ ☻

10.9.12 21:47


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Donato Carrisi, Der Todesflüsterer


Wow !

Endlich mal wieder ein Buch was für Gänsehaut beim Lesen sorgt.


Aber erst einmal zum Cover.

Zu sehen ist eine linke Hand die von innen heraus leuchtet. Auf der mittleren Fingerkuppe sitzt ein Schmetterling der seine Fühler stolz in die Höhe streckt.

Darüber steht, leicht erhöht und in einem grellen Gelbton, der Titel „ Der Todesflüsterer“ und darüber, in blau-grünlichen Farbton, der Name des Autors „Donato Carrisi.

Der Hintergrund ist ein dunkler mit Nebel bedeckter Wald.

Zusammengefasst wirkt das Cover sehr Geheimnisvoll, ist passend zum Titel gestaltet und lässt einen zusammen mit der Inhaltsangabe auf einen spannenden Thriller hoffen.


Die Geschichte fängt mit einer E-mail vom Gefängnisdirektor an den Oberstaatsanwalt an, in der er bittet einen Gefangenen näher unter die Lupe nehmen zu dürfen. Danach geht es gleich mit dem 1. Kapitel los, in dem nicht weiter auf die Mail eingegangen wird, doch sie bleibt im Hinterkopf, denn durch ihre sehr ungewohnte und eindringliche bitte ahnt der Leser bereits das die Mail noch eine wichtige Rolle im Fall der 6 verschwundenen Mädchen spielen wird.

Im 1. Kapitel lernt man den Profiler Goran Gavila und seinen aktuellsten Fall kennen. 6 Arme von 6 kleinen Mädchen zwischen 9 – 13 Jahren werden auf einer Waldlichtung gefunden, und obwohl das schon für sich allein Schlimm genug ist, ist es gleichzeitig für die Ermittler ein Schlag ins Gesicht, denn sie wussten nur von 5 Opfern.

Im 2. Kapitel lernt man die Sonderermittlerin Mila Vazquez kennen, die nicht zu Gorans Gruppe gehört, sondern ihre eigenen Fälle, im Bereich vermisste Kinder, bearbeitet und das sogar ziemlich Erfolgreich. Nach einem Abgeschlossenen Fall muss Mila zu ihrem Chef und rechnet mit einer Rüge, da sie bei ihrem letzten Fall nicht ganz nach Vorschrift gehandelt hat. Doch statt einer Rüge bekommt sie ein Zugticket und den Auftrag sich bei Roche, dem Chef von Goran und seiner Gruppe, zu Melden, da sie für den Fall mit den 6 verschwundenen Mädchen als Beraterin den anderen zur Seite stehen soll.

Zwischen dem 3. und 5. Kapitel stößt Mila zu Goran und seiner Gruppe hinzu und sie werden zu einem Team. Von da an geht es erst richtig Los und der Leser macht sich zusammen mit den Ermittlern auf die Suche nach dem Täter.


Die Protagonisten, Mila und Goran, sind trotz ihrer manchmal sehr verschrobenen Art annehmbare und Zeitweise auch sympathische Charaktere. Auch die 3 weiteren Ermittler (Rosa, Stern und Boris) sind gut gewählte Figuren, obwohl sie im Vergleich zu Goran und Mila eher nur Oberflächliche Statisten bleiben.

Die Namen der Ermittler fand ich keinesfalls störend oder wild zusammen gewürfelt, ganz im Gegenteil, das 3er Gespann war mehr als einfach und nur Mila und Goran, auf denen auch das Hauptaugenmerk lag, zeichneten sich durch spezielle Hinternamen aus.

Die ganze Handlung fand ich sehr Stimmig. So wurde man am Anfang zuerst etwas herangeführt und bekam die Arbeitsmethoden von Goran und Mila mit. Danach lernte man den Fall richtig kennen und begab sich zusammen mit den Ermittlern auf Spurensuche nach dem Täter.

Dabei ist die Geschichte so umwebt und verzwickt das sich der Spannungsbogen nicht nur dauerhaft hält, sondern auch mehrfach steigt.

Den Schreibstil finde ich leicht, aber dennoch spannend und in einigen Situationen sogar Gänsehaut erregend. Des Weiteren waren die Situationen sehr Detailreich beschrieben, so dass man sich alles gut vorstellen konnte. Durch den leichten und fesselnden Schreibstil war die Geschichte flüssig und rasant zu lesen und es wurde mMn. nichts in die Länge gezogen. Auch das alles, wenn auch nicht gleich auf den ersten Blick, miteinander verbunden war hat mir sehr gut gefallen und den Thriller schon fast zu einem Psychothriller gemacht.


Empfehlen würde ich das Buch von D. Carrisi eigentlich jeden der mich Fragt aber vor allem Thriller und Psychothriller sowie Horror Fans.


☻ ☻ ☻ ☻ ☻

7.9.12 17:34


Jonas T. Bengtsson, Submarino


Submarino – Eine Foltermethode, bei der der Kopf einer Person bis zur Erstickungsgrenze unter Wasser gedrückt wird.

Und genauso erdrückend sind die Lebensgeschichten von Nick und seinem Bruder.


Aber erst ein mal zum Cover. (Taschenbuch)

Zu sehen ist, links oben, ein älterer Mann mit Vollbart der sehr hart wirkt. Neben ihm, rechts oben, steht der Name des Autors und in kleineren und feineren Worten darüber das „Urteil“ von Jörg Böckem. Den meisten Platz jedoch nimmt der Titel ein, der in 3 Teile (SUB-MAR-INO) in großen weißen sowie brüchigen Druckbuchstaben vor einem schwarzen Hintergrund steht.

Die Inhaltsangabe finde ich nur teilweise passend.

So ist z.B. Nick bei der äußeren Inhaltsangabe der ältere Bruder und bei der inneren der Jüngere, auch bei ihrer Begegnung ist nichts davon zu lesen das sie einen Neuanfang starten wollen und auch das Nick weiß was er will empfinde ich so als nicht ganz richtig.


Bevor der Prolog anfängt ist vorher noch kurz die Definition von Submarino zu lesen.

Der Prolog lässt einen kurz aber intensiv in die Welt von Nick eintauchen, was ohne die ganze Geschichte zu kennen einen erst einmal sehr wirr vorkommt.

Danach geht es auch gleich mit dem 1. Teil von 2en los. Dieser trägt die Überschrift Ivan, welcher der Bruder von Nicks Ex-Freundin Ana ist.


Nick ist ein Ex-Knacki der in einem schäbigen Wohnheim am Stadtrand von Kopenhagen Übergangsweise wohnt. Wenn er nicht gerade in seinem kleinen Zimmerchen sitzt und Alk trinkt ist er in der Muckibude oder bei seiner Flurnachbarin Sofie, die ihn gerne etwas verwöhnt.

Aus dem nichts heraus entschließt er sich eines Tages Ivan, der Bruder seiner Ex, ein wenig zu Helfen, ihn zu Begleiten und teilweise ihm auch ein Freund zu sein.

Er geht mit ihm essen, hört sich seine Geschichten an und kauft ihm Männerhefte und geht sogar mit ihm auf die Suche nach einer bereitwilligen Professionellen.

Doch Sympathisch wurde mir Nick trotzdem nicht. Er bleibt bei seiner derben Art, trotz Knastaufenthalt ist er weiterhin bereit dinge mit Gewalt zu regeln. Auch seine Wortkargheit gegenüber anderen ist nicht gerade eine positive Eigenschaft.

In der Inhaltsangabe wird erwähnt das Nick weiß was er will. Dem Stimme ich nur teilweise zu, denn ja, er will hart trinken und wahrscheinlich auch hart trainieren aber wird man so hart gegen die ganze Welt ?

Wahrscheinlich eher nicht.

Er wirkte auf mich eher so das er nicht weiß was er will und ziemlich lustlos den Leben gegenüber steht. Wenn das eine eben nicht klappt mach ich das andere. Dies ist nicht nur auf Situationen bezogen sondern auch auf seine umliegenden Kontaktpersonen.

Des Weiteren erzählt Nick kurze Episoden aus seinem damaligen Leben zusammen mit Ana und von seiner Kindheit zusammen mit seinem Bruder und dem schwerwiegenden Schicksal das sie durchmachen mussten.


Ab circa der Hälfte beginnt der 2. Teil mit der Überschrift Martin, welches der Sohn von Nicks Bruder ist.


Nicks Bruder ist Heroin abhängig und seit einer Weile alleinerziehender Vater. Seinen Namen bekommt man leider bis zum Schluss nicht heraus so das er immer nur als Bruder da steht. Was ich sehr Schade finde, denn auch er erzählt von seinem Alltag und seinem früheren Leben, von seiner Frau und den Drogen und von seiner Kindheit und dem selben Schicksalsschlag den auch sein Bruder Nick die ganze Zeit beschäftigt.

Auch er ist kein Sympathieträger, denn auch wenn er sich unter den herrschenden Umständen gut um seinen Sohn Martin kümmert ist und bleibt er eben doch auch ein Fixer. Des Weiteren rutscht er durch seine Sucht in die Beschaffungskriminalität und Raubt ältere wehrlose Ladys aus.


Zusammengefasst haben beide Brüder mächtige Probleme mit ihrem Leben klar zu kommen und stehen beide eher am Rande der Gesellschaft. Verantwortlich für diese Misere könnte man das Milieu in dem sie groß geworden sind, die Alkoholkranke Mutter, den Selbstmörderischen Vater, die Gesellschaft allgemein, ect. machen, doch eine Gewisse Mitschuld bleibt. So wird der Namenlose Bruder nach einer relativ längeren Abstinenzzeit wieder rückfällig und beeinflusst somit auch das weitere Leben seines Sohnes für das er eig. nur das beste will. Und auch Nick gefährdet durch seine Art mit Menschen umzugehen und die gewisse Gleichgültigkeit dabei Personen die es sicherlich nicht verdient haben.

Der Schreibstil von J. T. Bengtsson ist dabei sehr derb aber keinesfalls unpassend, macht es einen doch nur bewusst in welcher Situation bzw. in welchen Milieu sich die 2 befinden. Einzig die Satzlänge hat mich etwas gestört. Die Sätze waren sehr kurz und meist sehr abgehackt wodurch meiner Meinung nach auch einiges an Emotionen verloren gegangen ist. Auch der Lesefluss war somit ein wenig beschwerlicher, der Verlauf der Geschichte blieb jedoch rasant.

Der 1. Teil wird aus der Sicht von Nick erzählt und der 2. Teil aus der Sicht seines Bruders. Allerdings sind auch in beiden Teilen Dialoge vorzufinden. Die einzelnen Kapitel sind nicht sehr lang und springen öfters mal in der Zeit vor und zurück.

Mir persönlich hat dabei der 2. Teil “Martin“ besser gefallen. Der Verlauf war interessanter und die Schreibweise nun auch nicht mehr so ungewohnt.


Empfehlen würde ich Submarino von J. T. Bengtsson jeden der sich dafür interessiert was ein Strudel aus Gewalt und Hoffnungslosigkeit und zeitgleich ein misslungener Kampf alles besser machen zu wollen anrichtet.


☻ ☻ ☻ ☻ ☺

28.8.12 19:53


Caroline Lenz, Dann klappt`s auch mit dem Doktor


Eine leichte Sommerlektüre, die auch für die kommenden Herbsttage sehr zu Empfehlen ist !

Das Cover ist sehr Schlicht. Der pinkfarbene Hintergrund wirkt sehr Mädchenhaft und wird von einem gehäkelten Teddy in braun mit einem roten Herz zwischen den Ärmchen noch unterstützt. Der Titel ist komplett weiß und der Autorenname ist in einem noch dunkleren pinkfarbenen Ton als der Hintergrund vom Cover. Beide sind zusammen mit dem Teddy durch ihre sehr glatte Oberfläche leicht erhöht. Der Seitenschnitt, rechts und unten, ist durch den gehäkelten Bär in der Mitte und den über und unter ihm befindenden verschieden großen Herzchen richtig süß.

Die Inhaltsangabe ist kurz & knapp und bereitet zusammen mit dem Cover den Leser auf eine leichte und lustige Liebeslektüre vor.

Anna Plüm, 29 Jahre jung und von Beruf Kinderärztin hat es in ihrem Leben nicht ganz so leicht.

Neben einer super aufdringlichen Nachbarin wird sie fast täglich auch von ihrer Mutter genervt. Als wäre das noch nicht genug leidet Anna unter Chronischen Schlafmangel und muss sich mit fies aussehender Bereichskleidung und sonderbaren Kollegen an der Arbeit herumschlagen.

Doch das alles ist schnell vergessen, als Anna erfährt das sie eine eigene Ambulanz für Übergewichtige Kinder leiten soll.

Wäre da nur nicht der Pullunder tragende Psychologe Dr. Nils Denner, mit dem es schon vor dem ersten Tag ein eher unerfreuliches erstes zusammentreffen gab.

Schon nach den ersten paar Seiten war mir Anna total sympathisch. Ihre lockere Art mit privaten sowie beruflichen Problemchen umzugehen und dabei nach außen hin immer so souverän zu wirken ist beeindruckend.

Ihre Begeisterung für Klatsch & Tratsch sowie ihren Faible für pinke und glitzernde Dinge, sogar im beruflichen Bereich, und ihren Ordnungswahn haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Auch ihre Gedanken, für die sie zu Schüchtern war um sie laut auszusprechen, konnten mich zum lachen bringen.

Mr. Pullunder mit den Reh braunen Augen hingegen ist das komplette Gegenteil von Anna.

Sein Herz schlägt nicht für Klatsch & Tratsch und auch pinke & glitzernde Sachen sind nicht so Seins. Auch Ordnung ist für ihn ein Fremdwort und man könnte meinen er lebt eher mit dem Motto: „Das Genie beherrscht das Chaos“ .

Die kleinen Sticheleien zwischen Ihm und Anna sind sehr amüsant und keiner von beiden ist in dieser Sache unschuldiger als der andere.

Auch weitere Personen wie zum Beispiel die besten Freunde von Anna, Till und Vera, sind sehr Unterhaltsam und angenehm.

Frau Goldstein, eine Kollegin auf Anna`s Moby – Fit – Station, ist die gute Seele der Ambulanz und trotz nur kurzen Situationen mit ihr finde ich sie sehr liebenswert.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Anna geschrieben. Dabei sind vor allem die Gedanken von ihr zu den jeweiligen Situationen mit viel Ironie und Sarkasmus bestückt. Was oft dazu führte das ich, wenn ich nicht gerade mit einem breiten Grinsen gelesen habe, laut auflachen musste.

Der Schreibstil ist leicht, rasant und Detailreich, was ein schnelles und flüssiges Lesen zufolge hat.

Das einzige Manko bei „Dann klappt`s auch mit dem Doktor“ ist die Vorhersehbarkeit vom Ende.

Allerdings getreu dem Motto : „Der Weg ist das Ziel“ ist auch das nicht weiter störend, denn bis zum Ende passieren noch so einige Ur komische und unvorhersehbare Dinge.

Zusammengefasst ist „Dann klappt`s auch mit dem Doktor“ von Caroline Lenz ein sehr kurzweiliges und Unterhaltsames Buch was für ein paar Entspannte Stunden sorgt.

☻ ☻ ☻ ☻ ☻

19.8.12 17:32


 Arezu Weitholz, Wenn die Nacht am stillsten ist

 

Ein gelungenes Buch in dem A. Weitholz radikal und zeitgleich poetisch über das Leben von Anna Born schreibt.


Das Cover finde ich sehr schön. Die schemenhafte Figuren-Malerei im Zusammenhang mit dem Titel „Wenn die Nacht am stillsten ist“ strahlt eine Ruhe aus, die auch auf den ersten Seiten der Geschichte wieder zu finden ist.

Nichtsdestotrotz hatte ich nach dem Lesen das Gefühl das Cover noch besser zu verstehen bzw. noch mehr hinein Interpretieren zu können.

So steht das halbe Frauen Gesicht, für mich, für Anna, die nur einen Teil von sich Preis gegeben hat und im Beisein von Ludwig auch nicht anders konnte als ihr eigenes Inneres zu verstecken.

Die Schemenhafte Männergestalt ist für mich Ludwig, der noch weniger von sich Preis gibt und niemanden ernsthaft an seinem Leben Teil haben lässt.

Das nah beieinander sein von Anna und Ludwig zeigt ihre Liebe, doch das unscheinbare spiegelt auch gleichzeitig wieder, dass ihre Beziehung etwas Geheimes ist, was nicht nach außen hin bekannt werden darf und somit auch nichts „ganzes“ sondern eher etwas „halbes“ ist.

Der Titel strahlt für mich auch weiterhin, wie oben schon beschrieben, Ruhe aus und schwirrt vor allem am Anfang während des Lesens einem im Hinterkopf herum.

Alles in allem ergibt es ein schönes Gesamtbild, was wie mit Öl Farbe gemalt aussieht, dabei ist der Titel etwas erhöht und in großen, schwarzen Druckbuchstaben geschrieben. Der Hintergrund ist weitestgehend in Hautfarbe, außer dem weißen Shirt von der Männer Silhouette sowie die schwarzen Haare der 2 Personen und das ebenfalls schwarze Auge der Frau.


Anna Born, eine Frau die viele Geheimnisse hat und schon einiges durchmachen musste, sitzt im Bett neben ihrem Freund Ludwig Faller, ein Spießer ersten Grades, der sich eine Überdosis Schlaftabletten geschmissen hat.

Warum ? Das weiß allein nur Ludwig, doch Anna sitzt neben ihm, Rätselt wie es dazu kommen konnte und erzählt.

Erzählt von sich, von ihrem Leben, von ihren Gedanken und Gefühlen.

Kann Ludwig sie hören ? Sie weiß es nicht und dennoch erzählt sie immer weiter und weiter.


Durch die Geschichten wurde mir Anna sehr schnell Vertraut und auch Ludwig konnte ich nach kurzer Zeit etwas besser einschätzen. Was mir dabei aufgefallen ist, ist die Unterwürfigkeit von Anna gegenüber Ludwig und das, obwohl er sie oft schlecht behandelt und mies zu ihr ist, sie zu ihm hält, Verständnis aufbringt und sein schlechtes benehmen sogar noch verteidigt.

Ich stell mir das ziemlich schwer und auch anstrengend vor und konnte es auch oft nicht wirklich nachvollziehen wieso sich jemand so etwas freiwillig antut.

Ist DAS wirklich Liebe ?

Irgendwie ein wenig zu Klischeehaft meiner Meinung nach, zeigt es doch, was viele wohl auch denken, dass es Frauen gibt die auf A********er stehen, in der Hoffnung sie ändern zu können und mit der Gewissheit einen „Beschützer“ an seiner Seite zu haben.


Ludwig Faller kam mir sehr Derb und erbarmungslos vor. Nicht nur in seinem Verhalten zu Anna, sondern auch gegenüber seinen Kollegen und Freunden weißt er eine Oberflächlichkeit auf, die schon an einem Asozialen Verhalten grenzt. Seiner Meinung nach kann man niemanden vertrauen und die meisten dienen ihm eher als Mittel zum Zweck.

Diese Prinzipien scheint er auch in der Liebe zu haben und stößt alle vor den Kopf die ihn mal etwas mehr bedeuten könnten.


Anna Born hingegen ist das komplette Gegenteil zu dem versnobten Ludwig. Sie ist für eine Zeit lang nach Afrika ausgewandert und war als DJ unterwegs. Sie hat so einige Partys mitgemacht und auch Erfahrungen mit verschiedenen Drogen kamen in ihrem Leben vor. Begleitet wurde sie dabei von eher skurrilen Freunden die für Ludwig niemals in Frage kommen würden. Auch sonst scheint Anna das Leben locker zu nehmen.

Zumindest bis zu dem Tag als sie Ludwig kennenlernte.

Mir kam es durch ihre Erzählungen so vor als ob sie mit einmal ein ganz anderer Mensch nun geworden war. Sie tat einiges bzw. sie tat nichts mehr nur um ihm zu gefallen. Neben ihrer Arbeit war sie nur für ihn da und lies sogar ihren besten Freund Hannes öfters einfach mal fallen. Sie verstellte sich, machte und sagt nur Dinge gegen die Ludwig nichts hatte. Sie wurde ruhiger, schon fast Schüchtern und erzählte ihm nicht einmal von ihren Sonntäglichen Besuchen bei ihrer Mutter im Heim, weil so etwas nicht in seine kleine heile Welt passte.

Und er ?

Er war immer nur auf sich und sein Leben fixiert, was Anna machte war ihm eher gleichgültig und auch ihre Vergangenheit interessierte ihn kein Stück.


Alles in allem ein Paar was in 2 Welten lebt und nicht unterschiedlicher sein könnte.


Die Charakter von Ludwig und Anna empfand ich, durch oben genannte Charaktereigenschaften, nicht als Sympathisch, dennoch als gut gewählte Protagonisten, die zum Nachdenken definitiv anregen.

Der Schreibstil geht in 2 verschiedene Richtungen.

Im 1. Kapitel „DIE NACHT“ führt Anna einen Monolog der sehr poetisch ist. Während des Lesens spürt man die Ruhe, die Gelassenheit mit der Anna neben Ludwig auf dem Bett sitzt und einfach erzählt.

Im 2. Kapitel „DER TAG ZUVOR“ wird die Geschichte von Anna erzählt von einem allwissenden Autor der nicht in der Handlung vorkommt, abgesehen von kurzen Dialogsituationen und wenigen Erzählsituationen wo Anna ihre Meinung, Gefühle, ect. selbst Kund tut.


Das Verhältnis vom 1. zum 2. Kapitel liegt dabei ¼ für den 1. Teil und ¾ für den 2. Teil.

Mir persönlich hat das 1. Kapitel und somit der sehr poetische Text besser gefallen und ich war ehrlich gesagt auch ein wenig enttäuscht das dies nicht im 2. Kapitel fortgesetzt wurde.

Was ich hingegen sehr schön finde ist die Verbindung zwischen dem Anfang und dem Ende. So hat die Geschichte meiner Meinung nach einen roten Faden beibehalten und einen perfekten Abschluss bekommen.

Spoiler – Nennen des ersten und des letzten Satzes !

Am Ende geht es um den Moment.

Am Ende ging es um den Moment.


Des Weiteren habe ich auch in diesen Buch wieder eine kleine und lustige Weisheit gefunden, die es meiner Meinung nach Wert ist mit Notiert zu werden.


„Das ist keine Phase, das ist Instinkt. Und Instinkt ist Verstand, der es eilig hat, ….“


Seite 69, Zeile 8 – 9


Wenn die Nacht am stillsten ist von Arezu Weitholz ist für mich trotz ein paar Kritikpunkte sehr Lesenswert, der Anfang ist ein klasse Einstieg, der Mittelteil ein guter Übergang zum gelungenen Ende, trotz ein paar offen bleibenden Fragen.


☻ ☻ ☻ ☻ ☺

15.8.12 19:56



Sam Savage, Firmin – ein Rattenleben


Firmin – ein Rattenleben was die meiste Zeit aus Selbsthass, Wünschen und Tagträumen besteht !

Aber erst einmal zum Cover.
Zu sehen ist eine, mit Bleistift gemalte, schmächtige angeranzte Ratte, die ein dickes Buch aufgeschlagen hat und mit geknickter Nase und starrem Blick darüber hinweg schaut.
Der Hintergrund sieht wie ein altes vergilbtes Stückchen Blatt Papier aus, was, wenn man den Klappentext gelesen hat, eigentlich auch ganz gut passt.
Über dem Kopf der Ratte ist noch der Name des Autors „Sam Savage“ sowie der Buchtitel „Firmin – ein Rattenleben“ zu lesen.
Alles in allem ein schönes Cover, was mich, zusammen mit dem Klappentext, zum kauf angeregt hat.

Bevor die eigentliche Geschichte von Firmin jedoch los geht, sind noch 2 Zitate zu lesen.
Das erste ist von Tschuang Tse und hat mir sehr gut gefallen. Das zweite ist von Philip Roth, was, meiner Meinung nach, etwas zu melodramatisch ist.

Danach geht es auch sofort mit dem ersten Kapitel los. Jedoch erfährt man noch nicht gleich etwas über Firmin, sondern bekommt erst einmal seine Gedanken zu “mit welchen Satz fange ich ein Buch an“ mit.
Nachdem er sich für einen Satz entschieden hat, erfährt man auch ,endlich, etwas über ihn.
Firmin ist das 13te Junge einer dicken Rattendame. Er ist der einzige der nach der Geburt schon einen Fellflaum hat und seine Augen bereits öffnen kann. Dennoch ist er der schwächste und durch das gierige Futterverhalten seiner Geschwister bleibt das auch bis zum ende so. Um wenigstens etwas im Magen zu haben fängt er an Papierschnipsel und nach einer Weile auch Seiten aus Büchern zu futtern.
Kurze Zeit später stellt Firmin fest, dass Bücher nicht nur zum essen und somit zum stillen des hungers da sind, sondern man durch sie auch fantastische Geschichten und reichlich viel an Wissen vermittelt bekommt. Von da an verschlingt er auf eine neue Art und Weise die Bücher und durch sein optimal gelegenes Nest, im Keller einer Buchhandlung, hat er so einiges vor sich.
Neben der Leidenschaft zu Büchern entdeckt Firmin auch die Liebe zum Besitzer der Buchhandlung, Norman, für sich und ein halbes Rattenleben später auch zu E. J. Magoon.

Im großen und ganzen erzählt Firmin über sein Leben, seine Träume die er dabei hat und vor allem seine unrealistischen Wünsche sowie seine Gedanken zu Büchern und zu den Menschen.
Schnell wird einem dabei klar, dass Firmin von oben herab redet, was mich ziemlich genervt hat. Meist sieht er nur das schlechte am Ratten da sein, Urteilt dabei scharf und ungerecht über seine Familie und Artgenossen, die sich ihrem Naturell entsprechend eben benehmen.
Besser gefallen hat mir hingegen seine Vergleiche zwischen dem Lesen und Leben.

[ >>So betrachtet, war der Einkauf bei Pembroke so etwas wie Lesen: Man wusste nie, was einen auf der nächsten Seite erwartete – im nächsten Regalfach, im nächsten Stapel, in der nächsten Kiste. Und genau das gehörte zum Spaß an der Sache. <<]

Seite 40, Zeile 8 - 13

Schön fand ich auch, dass Firmin noch die Bedeutung von Freundschaft kennengelernt hat und Reifer in dieser Zeit geworden ist. In der Zeit mit Jerry hat mich sein Etepetete Verhalten auch nicht so gestört. Und einen kleinen Sympathie Punkt gibt es natürlich für seine Liebe zu Büchern.
Total süß fand ich auch seine Bezeichnung für die Menschen, die er liebevoll „seine Hübschen“ nennt.
Ansonsten war es das leider aber auch mit der Sympathie und dem süß finden.
Total abgedreht fand ich, dass er sich im Kino die “Nachtvorstellungen“ angeschaut hat und Filme wie “Männergeile Kätzchen“ gut fand. Meiner Meinung nach total unpassend, die Betrachtung der Körper und diesen Schön zu finden ist eine Sache, aber einfach nur Geil darauf zu sein finde ich etwas Plump, vor allem wenn er menschliche Frauen besser findet als Rattenweibchen. Des Weiteren fand ich neben seinem Gesäusel auch sein Gejammer nervig.

Alles in allem finde ich Firmin eher unsympathisch, was das Buch dadurch recht langatmig gemacht hat. Der Schreibstil hat mir durch seine Art zu reden auch nicht wirklich gefallen und das direkte Ansprechen (“Sie lachen jetzt .. , ect.&ldquo empfand ich auch nur als nervig. Genauso angenervt war ich von seinem ausschweifende Gerede über irgendwelche, mir unbekannten, Bücher und, seiner Meinung nach, perfekten Schreibweise und Art.

Fazit: Firmin ist eine Geschichte, die MIR leider nicht so richtig gefallen hat und deshalb auch nur 2 (gute) Sterne bekommt.

 ☻☻☺☺☺
24.7.12 19:20


Frau Freitag, Voll streng, Frau Freitag !

Das Cover des 2ten Buches von Frau Freitag ist wie gewohnt mit dem kleinen Hip – Hop Vogel. Die grüne Mütze und das Goldkettchen sind bis auf den Anhänger, der nun ein Herz ist und damals ein A war, gleich. Die Farbe des Vogels hat sich von schwarz zu weiß geändert, ist aber in Form und Größe immer noch der gleiche geblieben. Auch die Sprechblase, in der, der Titel steht, ist die gleiche, nur in blau statt wie damals in pink.
Der Autorenname „Frau Freitag“, die Sprechblase sowie der Hip – Hop Vogel sind leicht erhöht und der Hintergrund ist nun, statt weiß, schwarz.
Alles in allem ist mir das Cover, trotz seiner wechselnden Farbe, sehr vertraut.

Voll Streng, Frau Freitag beginnt mit einem kurzen Intro in dem Frau Freitag nun Klassenlehrerin einer lieben und netten 7. Klasse ist und von einem ihrer ehemaligen Schüler, Ronnie, aus ihrer damaligen chaotischen Abschlussklasse besucht wird.
Danach geht es auch direkt mit dem ersten Kapitel los, was, im Vergleich zum Intro, 1 Jahr zurück liegt und Frau Freitag somit noch die Klassenlehrerin von Ronni und dem Rest ihrer wilden Abschlussklasse ist.
In vielen kurzen Kapiteln erzählt Frau Freitag wie sie versucht ihre Schüler auf die Prüfungen und somit auch auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten. Natürlich ist Frau Freitag dabei wie gewohnt mit viel Herz und Engagement tätig. So macht sie sich zum Beispiel extra ein Facebook Account um später dann ihre Schüler, mitten in der Nacht, an Hausaufgaben oder fehlende Unterschriften zu erinnern. Neben Facebook gibt es allerdings auch noch andere aktuelle Themen die in die einzelnen Kapitel einfließen. O. Bin Ladens tot zum Beispiel oder die Nuklearkatastrophe von Fukushima werden, natürlich im Stil von der Unwissenheit der Schüler, erwähnt. Neben solchen etwas ernsteren Kapiteln, in denen man öfters einfach nur kräftig mit dem Kopf schütteln kann über die Unkenntnis der Schüler, kommen natürlich auch, und das macht die Mehrzahl aus, lustige und verrückte Kapitel vor, wie zum Beispiel das Integrationsexperiment mit Frau Krise.
Der Schreibstil ist dabei wie gewohnt von den Schülern abgehackt, unvollständig sowie verwirrend, was meiner Meinung nach das ganze noch einmal authentischer macht. Frau Freitag schreibt selbstverständlich wie eine erwachsene und verfällt nur ab und zu mal in den Jugendslang, was meist Situationsbedingt auch so gewollt ist. Auch ihre Ironie sowie ihr Witz und Sarkasmus ist wieder herraus zulesen und macht das ganze erst richtig lustig.
Im Vergleich zum ersten Buch „Chill mal, Frau Freitag“ merkt man aber, dass Bilal, Cigdem, Fatma und Co etwas Reifer geworden sind. Auch wenn ihre schulischen Leistungen immer noch tief sind, sind sie auf sozialer ebene erwachsener geworden. So gibt es keine Nackenklatscher mehr und auch die Beleidigungen halten sich in Grenzen.
Des Weiteren gibt es auch wieder Treffen und Telefonate mit Frau Dienstag und Fräulein Krise, wobei diesmal allerdings von Frau Dienstag nicht so viel wie von Fräulein Krise zu lesen war. Auch ihr Freund und ihr Freundeskreis wird mal kurz Angeschnitten, aber nicht vertieft, so dass das Hauptaugenmerk weiterhin auf dem Schulaltag und dem Lehrer da sein liegt.

Zusammen gefasst ist “Voll streng, Frau Freitag“ von Frau Freitag ein sehr lustiges Buch, bei dem es nicht zwingend notwendig ist den ersten Teil “Chill mal, Frau Freitag“ zu kennen. Durch die sehr kurzen Kapitel und dem leichten sowie flüssigen Schreibstil ist es Ideal als Sommerlektüre geeignet. Frau Freitag und ihre Schüler, selbst die nervigen, sind alle liebenswerte und Sympathische Personen, die man einfach gern haben muss.

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24.7.12 19:19


Siegfried Langer, Sterbenswort

Spannung pur !
Sterbenswort von Siegfried Langer ist für mich endlich mal wieder ein Thriller mit Thrill.

Das Cover stellt den Leser, durch seine düstere Art, auf eine Story ein, die Gefährlich, Action- und Spannungsgeladen ist. Der Name des Autors, Siegfried Langer, sowie der Titel, Sterbenswort, sind leicht erhöht. Hierbei ist der Buchtitel rot und der Autorenname weiß. Dahinter ist ein dunkler Waldweg. Der massive Zaun, der den Wald vom Weg abgrenzt wirkt noch zusätzlich einschüchternd. Auch der kleine helle Schein, durch das Geäst, gibt einen kein sicheres Gefühl.
Die Inhaltsangabe finde ich sehr gelungen, sie trifft das Geschehen genau auf den Punkt und macht den Leser neugierig.

Bevor die Geschichte beginnt ist ein kurzes Zitat aus einem Römerbrief von Paulus von Tarsus zu lesen. Danach geht es auch gleich los und man verfolgt den Schreckmoment der tapferen 4 jährigen Mia. Nach dem kurzen Prolog befindet sich der Leser in der Vergangenheit zusammen mit Mias Mutter Kathrin, deren damaliger Freund Heinrich sowie 3 weiteren Freunden, Thomas, Erik und Amelie, die zu der Zeit ebenfalls ein Paar waren. Schnell wird einem dabei klar, dass sich damals etwas entsetzliches abspielte. Des Weiterem wird einem auch bewusst, was Kathrin sowie ihren damaligen Freunden , wie im Klappentext angekündigt, nach all den Jahren einholen wird.
Die nächsten Kapitel springen konstant von “Heute“ zu “Damals“ und ab der Hälfte auch noch zu “Neulich“ und verschmelzen dann zu einem gelungenen Ende.
Die Fragen, die sich mir am Anfang gestellt haben, wurden mir nach und nach mit mal mehr, mal weniger Gänsehautsituationen beantwortet. Dabei war ich vor allem von Kathrin, von Beruf Ärztin, Überrascht. Am Anfang empfand ich sie als etwas unnahbar, doch mit der Zeit wurde sie immer Mutiger, forscher und das ängstliche verstreut sein legte sich und meine Sympathie zu ihr stieg. Unsympathisch, jedoch als eine hervorragende Figur, empfand ich Heinrich. Damals wie Heute ist er ein Egoist, der seine Prioritäten meiner Meinung nach falsch anordnet.
Weitere Personen blieben eher Oberflächlich und beschränkten sich auf einen nicht all zu großen Kreis.
Nach der ersten Hälfte glaubte ich bereits den Täter zu kennen und war geknickt dass das nun doch schon alles gewesen sein sollte, doch falsch Gedacht ! Die Kapitel sind kurz und durch den rasanten Verlauf gibt es noch so einiges an schaurigen sowie unerwarteten Wendungen und falschen Vermutungen. Der Schreibstil ist leicht und dadurch auch flüssig zu lesen. Ein klitzekleines Manko war für mich das schnelle und unerwartete Ende, es hätte ruhig noch ein paar Seiten länger sein können.

Nichtsdestotrotz fand ich Sterbenswort von S. Langer einfach nur Klasse. Es gab genug Situationen mit dem gewissen Thrill und auch die seichteren Momente waren Lesenswert.

Da es mein erstes Buch von Siegfried Langer war, was mich auf jeden Fall überzeugt hat, werde ich mir nun auch „Vater, Mutter, Tod“ besorgen und hoffen das auch dieses mich wieder zufrieden stellt.

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24.7.12 19:17


Dawn French, Irgendwas geht immer

Charmant, Rasant & Urkomisch

So lautet das Urteil von der Sunday Times über das Buch „Irgendwas geht immer“ von D. French und dem kann ich nur Zustimmen.

Dawn French, einer Schauspielerin und Komikerin die vor allem durch die Comedy-Serie French & Saunders sowie durch Auftritte in großen Kinoproduktionen wie z.B. Harry Potter bekannt wurde, hat nun auch mit ihrem Erstlingswerk “Irgendwas geht immer“ einen, in meinen Augen sehr Lesenswerten, Bestseller präsentiert.

Thema ist hierbei die Familie Battles, die mit mehr oder weniger großen Problemen, sich von einander immer mehr entfernen. Mo, Mutter und von Beruf Kinderpsychologin, ist von ihrer Familie tierisch genervt und auch Tochter Dora, die noch mitten in der Pubertät steckt, empfindet das Familienleben nur nervig und unerträglich. Sohn Peter oder wie er sich selbst gerne nennt Oscar interessiert das ganze nur mäßig und auch das Familienoberhaupt hat anscheint besseres zu tun als an den Problemen der ganzen Familie zu arbeiten.
Doch eines Tages, wie die Inhaltsangabe verspricht, schleicht sich ein Betrüger in das Leben der Familie Battles und die 4 egoistischen, selbstsüchtigen und ignoranten Familienmitglieder + Hund werden wieder zu einer Einheit und halten wie eine ganz normale Familie zusammen.

Die Handlung wird von Mo, Dora und Peter alias Oscar in Tagebuch-Form erzählt. Hierbei erklären und beschreiben sie ihre Gefühle für andere und vor allem für ihre Familienmitglieder. Aber auch ihre Tagesabläufe kommen nicht zu kurz. Das nächste Kapitel wird immer mit dem Namen der jeweiligen Person, die gerade schreibt, begonnen. Allerdings merkt man auch so wer schreibt, denn jeder hat seine eigene Art und Weise. Mo schreibt wie eine Erwachsene Frau, die, die Dinge ein wenig analysiert und auch ab und an richtig genervt oder ratlos ist. Dora ist in ihrer Schreibweise etwas härter, typisch Teenie eben. Oft gehen Beleidigungen voraus und große Gefühlsdramen spielen sich ab. Peter alias Oscar sieht die Welt von oben herab. Nicht nur fremde Personen sondern auch seiner eigenen Familie gegenüber sieht er sich haushoch überlegen und macht sich mit ausdrucksstarken Gesäusel über sie lustig.

Die Tagebucheinträge sind nicht allzu lang, aber dafür mit jeder menge lustigen, charmanten, verrückten sowie naiven und manchmal auch fiesen Sätzen bestückt.
Das Cover ist wirklich schön, auch wenn es meiner Meinung nach etwas zu voll geraden ist, durch die Kommentare von der Sunday Times sowie der Mail on Sunday. Der Seitenschnitt mit dem wiederkehrenden roten Rahmen und den 4 bzw. 3 Hündchen ist richtig süß und hat mich total begeistert.

Von mir gibt es volle 5 Sterne, denn ich hatte bis zum Schluss ein großes Lesevergnügen und würde auch gerne eine weiter Geschichte mit den Battles lesen.

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24.7.12 19:17


Moritz Meschner, Resteklicken – Ein Facebook-Roman

Das Cover ist durch sein Orangefarbenen Hintergrund ziemlich auffällig und auch der Titel „Resteklicken“ hebt sich durch die dicken weißen druck Buchstaben hervor und macht den potenziellen Leser somit auf sich aufmerksam. Des weiteren kann man in kleineren Worten, dennoch genauso dicken und blauen druck Buchstaben, „Ein Facebook-Roman“ lesen.
Darunter sind 2 Figuren, einmal weiblich in einem pinken Kleid und einmal männlich in einem blauen Shirt und einer schwarzen Hose, festgetapet. Hängen sie an Facebook ? Sind sie am Bildschirm ihres iPhones oder Computers wie festgeklebt ?
Auf der Rückseite wurde ein weißer Zettel mit einer kurzen Inhaltsangabe festgetapet. Der Hintergrund ist auf der Rückseite sowie auch auf dem Buchrücken Orangefarben.
Bevor die eigentliche Geschichte losgeht bekommt der Leser noch einmal eine längere Inhaltsangabe, die genauso viel verspricht wie der Klappentext, dennoch nicht zu viel verrät und einen mit einer gewissen vor- und Schadensfreude zurück lässt.
Moritz führt ein trostloses Leben seit dem er von seiner Freundin verlassen und von ihr auf Facebook gesperrt wurde. Seine Bude ist am Gammeln durch den ganzen Müll, doch das interessiert ihn nicht. Was ihn interessiert sind die Statusnachrichten der anderen, seine Facebook spiele sowie die Trennung von Steffi zu analysieren, darunter zu leiden und alle daran teilhaben zu lassen. Seine 3 Vollidioten - Freunde sind ihm, bei der “Trauerbewältigung“,eher mäßig eine Hilfe und auch seine Eltern sehen die Sache etwas anders.
Moritz, 30 Jahre jung, empfand ich als einen nicht Sympathischen aber dennoch annehmbaren Protagonisten. Sein Gejammer fing gleich von der ersten Seite an und man merkte schnell das er sich und andere abwertet, wenn auch auf eine ironische, sarkastische und witzige Art und Weise. Die anderen Personen blieben eher Oberflächlich, selbst Steffi, um die es sich ja eig. am meisten drehte, blieb mir ein wenig zu unnahbar.
Das Moritz schon 30 Jahre alt sein soll hat mich ein wenig gestört, waren seine Handlungen und seine Denkweise doch eher die eines Anfang – Mitte 20 jährigen.
Die meisten Situationen waren total überzogen und verliefen ab und an auch ein wenig unrealistisch, wodurch sie aber genau da erst ihren Witz bekamen. Der Facebook-Roman ist in 12 Kapitel unterteilt, die durch einen grauen Balken gekennzeichnet wurden. Des weiteren wurde der Text durch Gesprächsverläufe, Statusnachrichten sowie dessen Kommentare und den beliebten „i Like“ Button aufgelockert und unterstrichen den vorausgegangenen Text. Ulkig fand ich auch das der Autor seinem Protagonisten den selben Namen gegeben hat, den er selbst trägt.
Das Thema, Facebook, finde ich in der heutigen Zeit sehr gut gewählt, zeigt es doch in vielen lustigen Passagen einen nur das viele keine Grenzen mehr haben und wild drauf los Posten, auch wenn es noch so Peinlich, Geschmacklos oder uninteressant ist.
Von einem Unbekannten Schreiberling auf einer anderen Seite wurde das ganz gut Zusammengefasst.

Willkommen auf Facebook! Wo Lügner noch mehr Lügen erzählen, Verlierer mehr Freunde haben als im echten Leben, schwache Menschen plötzlich mutig sind, ...Ex-Freunde einem nachstellen ("Stalken", wo alle Mädchen zu “Models“ mutieren! Wo Pärchen ihre "scheinbare" Beziehungen präsentieren! Wo nichts mehr privat ist, wo jeder irgendwelchen Müll veröffentlichen kann und wo Feinde auf einmal Freunde sind....

Alles in allem finde ich Resteklicken, ein Facebook-Roman von Moritz Meschner sehr Unterhaltsam und bis zum Schluss Ur komisch. Durch den flüssigen und sehr leichten Schreibstil ist das Buch für einen entspannten Nachmittag oder zum Auslaufen eines anstrengendes Tages genau das richtige.
Trotz der ein oder anderen Kritik gibt es von mir volle 5 Sterne, weil es mich bis zum Schluss sehr gut Unterhalten hat.

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24.7.12 19:16


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