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Scott Bradfield, Die Leute, die sie vorübergehen sahen

 

Was für ein passendes Cover !

Zu sehen ist, mal von dem Autorenname, in schwarz, und dem Titel, in pink, abgesehen, ein weißes Blatt Papier mit einem Bleistiftgezeichneten Mädchen. Es könnte das Bild einer 3 jährigen sein.

Im Nachhinein könnte man meinen, dass das Bleistiftmädchen Sal ist und die Kreise, die um sie herum gezogen sind, ihr langer weg mit den vielen Personen darstellt. Dabei ist das Bleistiftmädchen so blass und undurchschaubar wie die vermeintliche Protagonistin Sal und die Kreise sind so dünn und rund gezogen wie Sals Reise quer durch die Unterschicht von Amerika, die für sie anscheint eine Leichtigkeit mit kaum irgendwelchen Ecken und Kanten war und für mich ein einzigst großes Rätsel.


Die 3 jährige Sal wird eines Tages aus ihrem Elternhaus von einem Klempner entführt. Sofort kann sie sich mit der neuen Situation abfinden und nimmt den Fremden Mann als neuen Daddy an. Dieser möchte dem kleinen unverdorbenen Mädchen seine Moral und Lebensphilosophie nahe bringen. Doch das ist nicht genug, der Klempner war nur der Anfang einer langen und unrealistischen Entführungsreise. Schnell gerät Sal an die unglaublich nervige Vermieterin nur um dann an einen weiteren Spinner zu kommen, der die nächste Vorlage legt um weitere Personen kennenzulernen. Dabei hat jeder dieser Menschen ein paar schlaue Weisheiten für das Mädchen parat, ob sie die nun hören will oder nicht.

Unweigerlich muss man sich selbst fragen, wie viel Wert ein vermeintlicher Ratschlag von einer unmoralischen Person hat ? Was sie damit bezwecken will ? Und vor allem, wieso jeder nur redet aber nichts tut ? Es ist doch nicht selbstverständlich, dass ein 3 jähriges Mädchen durch Gassen, Stadtteile und Landstriche läuft, ohne auch nur ansatzweise eine sichere und vertrauenserweckende Bezugsperson bei sich zu haben. Allerdings ist das nicht das einzigst unrealistische, auch Sal selbst ist sehr skurril. Wie oben erwähnt trauert sie ihren richtigen Eltern nicht einmal nach, sie vertraut sofort ihrem neuen Daddy und fühlt sich bei ihm wohl. Nachdem dieser allerdings weg ist trauert sie ihm nach und vermisst ihn das ganze Buch und somit der ganzen Geschichte über. Des Weiteren denkt Sal in unglaublich hohen Dimensionen, die manche erwachsene nicht einmal erreichen. Auch wirkt sie mit der Zeit sehr Selbstgefällig. Sie missbilligt das Verhalten und den Lebensstil anderer Leute, die nicht wie ihr Daddy sind. Weiterhin hat mich gestört wie Selbstständig das kleine Mädchen mit nur 3 Jahren schon sein soll. Sie schafft es von heute auf morgen für sich selbst zu Sorgen, egal wo oder bei wem sie ist, selbst wenn es durch eine abgelegene Wüste geht.

In der super kurzen Inhaltsangabe wird erwähnt, dass die Geschichte ein Blick auf die Gesellschaft von Amerika sein soll, nun, dass ist wirklich sehr erschreckend. Das Mädchen ist von einem Sozialfall zum anderen gekommen, doch nicht einmal auf einen normalen Menschen gestoßen und selbst die Fürsorge war total daneben. Natürlich hat jede Gesellschaft ihre Schwächen, doch das war schon sehr arg übertrieben.


Die Geschichte wird aus Sals Blickwinkel erzählt. Dabei ist sie und man selbst mehr ein Beobachter, als ein aktives Mitglied der Gesamtsituation. Schade fand ich, dass man Sal nicht richtig kennengelernt hat und die Leute, denen sie begegnet ist, ebenso wenig. Auch springt man einmal von Tag zu Tag und ein anderes mal von Tag zu Woche. Dabei erfährt man kaum was passiert ist und wie der neue Moment entstand. Ebenso verläuft es auch mit den Personen, einmal bleibt man ganze Kapitel bei einer Person und ein anderes mal kommen 4 oder 5 in einem vor, die man nur halbherzig kennenlernt.

Was mich allerdings am meisten gestört oder besser gesagt verwirrt hat, war die nun eigentliche Bedeutung des Buches.

Sollte Sal lernen wie das Leben funktioniert ?

Das man sich nur auf sich selbst verlassen kann ? Früh selbstständig werden muss ? Nur das nötigste braucht und sich durchaus in Verzicht üben kann ? Das die Welt wandelbar und die Gesellschaft vielseitig ist ? Ect. ...

Oder sollte man generell etwas über die Gesellschaft (von Amerika) lernen ?

Das Uneigennützigkeit nicht an erster Stelle steht ? Sie jede Menge schwächen hat ? In puncto Menschlichkeit versagt und vor allem in der Unterschicht beliebte Fehler zu finden sind ? Oder das sie (wie viele andere auch) zu einer Wegwerfgesellschaft geworden sind, welche auch kein halt vor kleinen Mädchen macht ? Ect. ...

So oder so, es gibt wahrscheinlich noch ein halbes dutzend andere Interpretationsmöglichkeiten.

Und deswegen vergebe ich 3 Sterne. Die Geschichte war nicht gut und auch nicht schlecht, trotz der vielen unrealistischen Momenten und den zu viel offen gebliebenen Fragen.


☻ ☻ ☻ ☺ ☺

29.1.13 04:09


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Kristin Hannah, Wie Blüten im Wind

 

Blumen können nicht blühen ohne die Wärme der Sonne.

Menschen können nicht Mensch werden ohne die Wärme der Freundschaft.

Genau diesen Gedanken von Phil Bosmans hatte ich beim lesen von K. Hannahs neustem Roman „Wie Blüten im Wind“ bekommen.


Aber erst einmal zum Cover, welches im ersten Moment sehr Schlicht wirkt und erst auf dem zweiten Blick einige Feinheiten aufweist. Der Name der Autorin sowie der Titel liegen links mittig und sind ganz zart erhöht. Dabei ist der Titel orangefarben und der Autorenname weiß. Rechts ist vom Schulterblatt aufwärts eine junge Frau, nur von hinten, zu sehen. Um sie herum fallen Kirschblüten, die unter anderem für innere Stärke stehen und super zur Geschichte passen. Der Hintergrund ist komplett grün und erst beim genaueren Hinsehen erkennt man eine Wiese und einen alten Blattlosen Baum. Und wieder einmal passt dieser Teil vom Cover super zur Geschichte, denn auf Seite 16 wurde Lexis Zukunft wie folgt geschildert : „Sie starrte aus dem Fenster auf ihre neue Heimat. Sie wirkte abenteuerlich, grün und düster, selbst am helllichten Tag.“ Bei dieser Beschreibung musste ich sofort ans Cover denken, denn auch das junge Mädchen starrt in eine grüne und düstere Richtung.

Auf der Rückseite ist eine kurze aber passende Inhaltsangabe sowie ein nettes Kommentar von S. E. Phillips zu lesen.


Beginnen tut die Geschichte mit einem kurzen Prolog, der sich im Jahr 2010 abspielt. Zuerst dachte ich das es Lexi ist, die an der Stelle der einst so Schicksalhaften Nacht steht, doch nun denke ich eher, dass es Jude ist, die dort steht und sich erinnert.

Weiter geht es mit Teil eins, der zu Beginn ein passendes Zitat, von Dante aus Inferno ,als Einleitung trägt. Mit dem ersten Kapitel befindet man sich im Jahr 2000, als Lexi, die Protagonistin, noch 14 Jahre alt ist. Für sie beginnt nach vielen anstrengenden Jahren ein neues Leben. Ihre Suchtkranke Mutter ist verstorben und statt zu einer neuen Pflegefamilie zu kommen, wird sie von ihrer Großtante Eva, die in einer völlig anderen Stadt wohnt, aufgenommen. Dort angekommen muss sie natürlich auf eine neue Schule gehen, auf der sie ihre beste Freundin Mia und ihren beliebten Zwillingsbruder Zach kennenlernt. Mia ist eine Außenseiterin und hatte bis zu Lexis erscheinen keine oder nur falsche Freunde. Die Mädchen verbindet eine ehrliche, treue und beständige Freundschaft, die in der verhängnisvollen Nacht 2004, als Mia durch einen Autounfall, mit nur 18 Jahren, ums Leben kam, plötzlich und schmerzhaft endete. Von da an hat sich das Leben von Lexi und Zach von Grund auf geändert und den beiden besteht ein noch komplizierteres und schweres Leben bevor, als es einem jungen Erwachsenen, der selbstständig werden muss, eh schon bevor steht.


Lexi, die man von ihrem 14. Lebensjahr bis zu ihrem 24. Lebensjahr begleitet ist eine sehr sympathische und liebenswerte Figur. Es ist schön zu sehen, wie sie von einem verschlossenen und misstrauischen Mädchen zu einer mutigen und aufrichtigen Freundin wird. Sie hat, obwohl sie aus einem völlig gegensätzlichen Umfeld kommt, sehr viele Gemeinsamkeiten mit Mia und stellt ihre Freundschaft mit ihr höher als ihre eigenen Wünsche. So zum Beispiel lässt sie lange die Liebe von und zu Zach nicht zu und auch später ist sie immer als erstes um Mia besorgt.

Mia, die aus einem sehr behütetem und relativ wohlhabenden Haus kommt, ist einsam, schüchtern und, im völligen Gegensatz zu ihrem Zwillingsbruder, unbeliebt. Um so mehr freut es einem, dass das einst ängstliche Mädchen endlich durch Lexi eine Freundin gefunden hat, die es ernst mit ihr meint und ihr den fehlenden Funken Selbstbewusstsein gibt. Dennoch kann Mia nicht komplett aus ihrer Haut und ist auch noch Jahre später von der Freundschaft von Lexi, aber vor allem von dem Rückhalt von ihrem Bruder Zach abhängig.

Jude, die unerwartet auch eine große Rolle spielt, ist zu Anfang eine absolute Über – Mutter. Sie ist liebevoll und herzlich zu ihren Kindern. Auf der anderen Seite ist sie aber auch wegen jeder Kleinigkeit besorgt und mischt sich, wenn es z.B. um die Zukunft geht, stark in das Leben ihrer Kinder ein, fast schon bestimmend statt beratend und unterstützend. Dennoch war sie mir am Anfang sympathisch, was sich leider ab dem Unfall ein wenig änderte. Natürlich versteh ich, soweit das möglich ist, das es tragisch und unglaublich schwer für eine Mutter ist, ihr eigenes Kind zu verlieren und das es vllt. einfacher ist die Wut gegen jemanden zu richten, der, der vermeintlich Schuldige ist. Dennoch ist das ganze in, Bösartigkeit möchte ich es nicht nennen – das wäre auch nicht fair, aber doch zumindest in blinde Wut umgeschlagen. Sie hat nicht einmal versucht sich beide Seiten anzuhören und zu verstehen und ist somit von einer liebenden Mutter zu einer zornigen und unglaublich traurigen Frau geworden. Gerne hätte ich sie mal geschüttelt und gefragt ob sie weiß, was sie da tut ?.

Es gibt noch eine weitere, sehr liebenswerte und wichtige Person, mit der man jede Menge Mitgefühl hat, die jedoch in ihrer Position ungenannt bleibt um nichts vorweg zu nehmen.


Der Schreibstil ist leicht und dadurch ist die Geschichte flüssig zu lesen. In den Sätzen stecken jede Menge Emotionen, die einen, neben den Detail- und bildreichen Beschreibungen, verleiteten immer weiter und weiter zu lesen. Auch wird für niemanden Partei ergriffen und somit muss der Leser für sich selbst entscheiden auf welche und ob er sich überhaupt auf eine Seite schlägt.

Ich habe versucht für beide Seiten Verständnis zu haben, was mir bei Jude schwerer viel durch ihr hartes und teilweise ungerechtes Verhalten, dennoch konnte ich ihre Beweggründe verstehen, wenn auch nicht teilen.

Die Zeit in der Handlung vergeht rasend schnell, mal springt man von Tag zu Tag und ein anderes mal von Monat zu Monat, ja, stellenweise sogar von Jahr zu Jahr. Meiner Meinung nach wird die Geschichte somit noch einmal authentischer, denn manche Vorgänge haben und brauchen ihre Zeit.

Des Weiteren fand ich, das es trotz den ein oder anderen Gefühlsmomenten zu keiner Zeit zu kitschig oder zu Überzogen wirkte. Ebenfalls schön sind die Kirschblüten bei jedem Kapitelanfang, so hatte man immer noch einmal das passende Cover im Hinterkopf.


Fazit: Die Geschichte ist wundervoll, auch wenn ich deren Verlauf, ehrlich gesagt, etwas anders erwartet habe, und es absolut Wert gelesen zu werden ! Ich muss und werde mir unbedingt noch weitere Bücher von Kristin Hannah besorgen.


☻ ☻ ☻ ☻ ☻

25.1.13 06:04


Kevin Hearne, Die Chronik des Eisernen Druiden


Ein konstanter Fantasy Roman mit Witz und kurzweiliger Action.


Aber erst einmal, wie gewohnt, ein paar Worte zum Cover.

Das Cover ist, obwohl es einiges zu sehen gibt, relativ schlicht. Der Hintergrund ist in der oberen Hälfte ein wenig rot und dehnt sich stark ins dunkelrote aus. Die untere Hälfte steht im totalen Kontrast zur oberen Hälfte und ist somit sehr hell. Links und rechts an der Seite, in der unteren Hälfte, sind Häuser einer anliegenden Straße zu sehen, die sich nur durch rötliche Schattierungen abzeichnen. Auf der Straße, die nach hinten hin immer Schmaler wird, ist der Protagonist, Atticus, mit seinem Schwert und seinem Wolfshund, Oberon, zu sehen, die natürlich klar im Vordergrund positioniert wurden. Die Figur spiegelt relativ gut das wieder, was man sich auch bei den Beschreibungen vorstellt. In der oberen Hälfte steht der Titel, sowie der Autorenname im Vordergrund. Dabei ist der Autorenname in kleinen, dünnen und gelben Druckbuchstaben zu lesen. Der Titel ist in großen grauen Druckbuchstaben, fast schon “Eisenfarben“ zu sehen und passt besonders gut zum Schwert, was eine entscheidende Rolle spielt, und zur Bezeichnung „Eisernen Druiden“. Die gesamte Schrift ist sehr glatt und leicht erhöht.

Die Inhaltsangabe ist kurz und deutet nur vag etwas an, macht einen aber definitiv neugierig.


Die Geschichte beginnt mit dem kennenlernen von Atticus. Dabei ist es Atticus der von Sich, seinem Leben, merkwürdigen Gestalten (unter anderem seine Freunde) und einem besonderen Schwert erzählt. Doch das ist nicht das einzige und so entsteht schon ziemlich schnell der erste Kampf, welcher nur einer von vielen ist. Schade finde ich dabei, dass es nie wirklich richtig Spannend wird, denn es macht den Eindruck, dass Atticus ohne viel mühe jeden besiegen kann, egal wie stark oder wie viele es sind. Auch ansonsten bleibt die Geschichte sehr konstant, hier ein Kampf – dort ein Kampf und zwischendurch immer ein paar nette Geschichten oder Aufklärende Worte über seine Gegner, seiner Bestimmung und den passenden Hintergrund - Infos.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei, wie oben schon erwähnt, ein bestimmtes Schwert. Fragarach, so der Name des Schwertes, besitzt eine unsagbare Kraft, die für jeden Krieger in einem Kampf nur von Vorteil sein kann und genau das ist es auch was einen Konflikt über das Besitzrecht hervorruft, mit einem verheerenden Gewaltpotenzial. Was einem natürlich sofort klar ist, da nun mal jeder, der die Chance dazu hat, der “Mächtigste“ sein will.

Nun gilt es für Atticus, dem letzten Eisernen Druiden, das Schwert vor Machtgierigen Angreifern zu verteidigen und in seinem Besitz zu behalten.


Siodhachan Ò Suileabhàin, besser bekannt als Atticus O`Sullivan, ist der letzte lebende Eiserne Druide und bereits 2 100 Jahre alt. Durch ein bestimmtes Getränk sieht er jedoch noch sehr jung aus und lässt somit die Leute im Glauben er sei 21 Jahre jung. Mit seinen Tätowierungen und seiner wilden lockigen roten Mähne hat er sich relativ gut dem Studentenvolk angepasst und durch seine Buchhandlung, wo er neben okkulten Schriften auch allerlei Krimskrams verkauft, einen weiteren guten Grund geschaffen für sein manchmal merkwürdiges bzw. altersentsprechendes Verhalten. Doch die Tätowierungen dienen nicht nur zur Deko, Nein, für ihn sind sie eine Art Leitung um von Mutter Natur Kraft anzuzapfen, die er bei Kämpfen dringend benötigt. Dabei ist er jedoch immer bedacht nur das zu nehmen was er auch wirklich braucht um ihr nicht mehr als nötig zu Schaden.

Im großen und ganzen ist er ein sehr liebenswerter Protagonist, dessen Geschichten und Handlungen man gerne hört und gerne verfolgt, seien sie auch noch so banal. Einen dicken Pluspunkt gibt es für ihn, weil er es geschafft hat mit seinem Hund, meistens Mental, zu Kommunizieren. Oberon, ein Irischer Wolfshund, ist im wahrsten Sinne des Wortes, der beste Freund des Menschen, genauer gesagt der beste Freund von Atticus. Er begleitet ihn immer wenn möglich und nötig. Es ist wirklich schön die Dialoge der beiden zu verfolgen, die manchmal ihren eigenen, sehr liebenswerten Witz mit sich bringen und damit die ganze Geschichte erfrischend lockert.

Aenghus Òg ist einer der keltischen Gottheiten und ein wahrer Machtbesessener Schurke. Er hat, was für eine Gottheit natürlich nicht unverständlich ist, eine große Zahl an Anhängern und versucht mit Hilfe dessen an das Schwert Fragarach zu gelangen. Er spinnt so einige Intrigen zusammen, von denen man nur durch „Hörensagen“ erfährt, da er selbst leider nur sehr kurz erscheint. Dennoch ist er eine sehr entscheidende Rolle, denn durch ihn und sein tun besteht und läuft die Geschichte.

Aenghus Òg oder auch „Der Gott der Liebe“ genannt trachtet allerdings nicht nur nach dem Schwert, Nein, er will auch das Leben von Atticus beenden.

Somit befinden sich Siodhachan Ò Suileabhàin und Aenghus Òg in dem perfekten Zusammenspiel zwischen Protagonist und Antagonist.

Auch weitere Personen bzw. Wesen sind Liebenswert oder Entscheidend und ergeben ein schönes und stimmiges Gesamtbild.


Die Schreibweise ist sehr ausführlich und dennoch auch sehr nüchtern. Es hat, mMn., ein wenig an Emotionen gefehlt. So fangen z.B. Kämpfe wirklich interessant und überraschend an, jedoch geht die Action durch die lässige oder fast schon zu coole Schreibweise verloren. Auf der anderen Seite schätzt man auch diese Art, denn sie verkitscht nicht drin vorkommende Fabelwesen, z.B. Feen. Auch der Witz geht nicht verloren und ich habe oft mal geschmunzelt oder laut aufgelacht.

Als ein kleines Manko empfinde ich die Beständigkeit, die Spannung hat leider gefehlt bzw. kam mir alles wie ein großer Vorspann vor, der mich für das Ende ein Highlight erwarten lies und dann doch relativ schnell und plump abgehandelt wurde.

Positiv hingegen empfinde ich den am Schluss sich befindenden Aussprache Hinweis, das macht das ganze Lesevergnügen noch einmal authentischer, soweit dies für einen Fantasy Roman möglich ist, natürlich.


Zusammengefasst ist es ein Roman der durchaus Lesenswert ist, für Genre Fans sowie für Neulinge.


☻ ☻ ☻ ☻ ☺

16.1.13 04:45


Kylie Fitzpatrick, Am Horizont das rote Land


Nach einer kurzen Leseflaute habe ich es nun endlich geschafft den Roman von K. Fitzpatrick zu lesen und bin voll auf begeistert !


Aber erst einmal zum Cover.

Zu sehen ist im unteren Teil das Meer, welches fast Silber scheint, und ein Felsbrocken, der von der linken Seite bis zur Mitte reicht. Auf dem Felsvorsprung steht eine Frau in einem blauen Kleid, den Blick auf`s offene Meer gerichtet. Ab der Mitte steigt der Horizont auf, von einem tiefen gelb zu einem tiefen und dunklen orange hin. Oben links in der Ecke ist ein kleiner Eukalyptuszweig zu sehen, der sehr glatt ist und sich deshalb vom Cover etwas abhebt. Ebenfalls abheben tut sich der Titel „ Am Horizont das rote Land“, welcher in dünnen, weißen und großen Druckbuchstaben in der Mitte zu finden ist. Der Autorenname steht in der rechten oberen Ecke und ist Sandfarben.

Abgerundet wird das Cover noch durch einen sehr glatten und dadurch ebenfalls leicht erhöhten Rahmen, der auch den Buchrücken und die Rückseite einschließt.

Alles in allem passt das Cover gut zum Titel und der Titel gut zur Geschichte.


Bevor die eigentliche Geschichte losgeht ist ein Zitat von Lao – Tse zu lesen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Weiter geht es dann mit einem kleinen Vorblick auf das kommende Geschehen (1841) und danach erst folgt der wahre Anfang, in dem man Rhia kennenlernt.

Rhiannon, meist nur Rhia genannt, ist eine junge Frau aus Irland die durch einen Schicksalsschlag nach London geführt wird (1840). Dort angekommen kommt sie, Dank der Hilfe ihres Onkels, bei einer Quäker Witwe unter. Doch abermals ereilt sie ein Schicksalsschlag und durch einen hinterhältigen Komplott kommt Rhia ins Gefängnis und wird zu 7 Jahre Haft verurteilt und nach Australien verschifft um dort die Haftzeit abzusitzen.


Rhia ist eine sehr liebenswerte Protagonistin.

Sie ist, anders als ihrer Zeit entsprechend, mit ihren 28 Jahren noch unverheiratet und den Männern gegenüber nicht demütig genug. Sie ist wild, lebhaft und hat einen eigenen Willen, den sie auch durchaus zeigt und sich dessen, durch ihre Großmutter bestätigt, auch nicht Schämt.

Sie macht sich häufig Gedanken über Situationen und Geschehen, die oft Nachvollziehbar sind und ihr noch einmal eine persönliche Note verschaffen.

Rhia ist die Tochter eines Leinenhändlers und war, vor ihrer Verhaftung, in angenehmen Kreisen Zuhause. Dennoch war sie nie überheblich und behielt von Anfang bis Ende ihre Liebenswürdigkeit.


Auch viele andere Personen waren eine echte Bereicherung.

So zum Beispiel die Quäker Witwe Mrs Blake oder der verbannte Michael. Jede Person zeichnete sich durch eine bestimmte Eigenschaft aus und war ein entscheidender Teil der Geschichte.

Ein weiterer spannender Punkt war, dass man eine ganze Weile brauchte um zu erkennen welcher Mann sich wirklich um Rhia sorgte und alle Hebel in Bewegung setzte um sie zu retten. Ebenfalls war es sehr spannend herauszufinden wer für den Komplott verantwortlich war und welches Motiv dahinter steckte. Oft hatte man eine Person unter Verdacht und misstraute ihr, bevor sie kurze Zeit später Entlastet wurde nur um geraume Zeit später wieder unter Verdacht zu geraten.


Erzählt wird die Geschichte die meiste Zeit von einem Unbekannten Erzähler aber auch aus der Sicht von Rhia und in manchen Kapitel auch von Mrs Blake oder Michael, die in unregelmäßigen abständen wechseln. Des Weiteren sind einige Kapitel in Briefform bzw. als Tagebucheintrag von Rhia geschrieben oder beinhalten nur ein Gedicht. Die Kapitelüberschriften bezeichnen immer einen Stoff, eine Farbe, ein Motiv oder eine andere Eigenschaft, die sich im Text immer wiederfinden lässt und somit eine tiefere Bedeutung bekommt.

Von Außen betrachtet sind es drei Handlungsstränge die miteinander eng verknüpft sind und sich nach und nach in ein großes ganzes entwickeln.

Der Schreibstil ist leicht, der Zeit entsprechend und flüssig zu verfolgen, bis auf kleine Satzfehler die einen kurz ins Straucheln brachten, zum Glück aber nur 2 – 3 mal vorkamen. Des Weiteren ist der Schreibstil sehr Detail- und bildreich.

Dennoch habe ich ein paar Seiten gebraucht bis ich richtig eintauchen konnte, was wohl an der „Zeitumstellung“ lag. Allerdings fühlte ich mich danach beim ablegen und erneuten aufnehmen der Geschichte bzw. des Romans sofort wieder wohl und war ebenfalls sofort wieder mitten in der Handlung drin.

Über den Verlauf der Geschichte war ich überrascht. So habe ich, ehrlich gesagt, mir erhofft ein wenig mehr von Australien zu erfahren und mich in dieser Kulisse zu befinden bzw. aufzuhalten. Doch der Titel lautet „Am Horizont das rote Land“ und somit hat das Buch bzw. die Inhaltsangabe kein falsches versprechen gegeben. Und auch wenn ich etwas anderes erwartet habe, hat mich das Buch dennoch völlig mitgerissen und mich voll und ganz zufrieden gestellt.

Einen klitzekleinen Minuspunkt, ich möchte es fast schon Pünktchen nennen, gibt es für ein Handlungsstück dem Ende hin, welches plötzlich ohne weitere Erklärung passierte, auf dessen geschehen bzw. Beweggründe ich allerdings sehr neugierig war. Mehr sei dazu aber aus möglichen Spoilergründen nicht gesagt.

Erwähnen möchte ich auch, was mich sonst eher mäßig interessiert oder beschäftigt, da es meist immer Standard 0-8-15 ist, dass die Danksagung bei diesem Roman wirklich wunderschön geschrieben ist. Sie wirkt sehr aufrichtig und ist, wie der Rest des Buches, mit Dankbarkeit und einigen anderen Gefühlen geschrieben.

(Wobei ich niemanden etwas anderes bei seinen Bekundungen Unterstellen möchte !!)


Alles in allem empfand ich die Geschichte dennoch als sehr Stimmig, Gefühlvoll und authentisch. Gerne hätte sie noch ein paar Seiten länger sein können, vor allem das Ende.

Empfehlen würde ich das Buch jedem Leser der Spaß an einem Roman, einem Krimi sowie Landschafts – und alten Sagabeschreibungen hat.

 

☻ ☻ ☻ ☻ ☻

27.12.12 21:16


Adventskalender - Tür Nummer 20

Wieder einmal meinte es die Glücksfee von vorablesen.de gut mit mir und ich war eine der 3 Gewinner beim Adventskalender Türchen Nummer 20.

Gewonnen habe ich ein Hobbit – Paket vom Klett – Cotta Verlag, welches eine Hobbit Tasse und das passende Buch beinhielt.

Vielen, vielen Dank.

22.12.12 15:14


 

Fleißbiene

 

Vor kurzem wurde ich bei vorablesen.de zur Fleißbiene gekürt.

Als „Belohnung“ gab es ein Bücherpaket über das ich mich riesig Freue.


Paket – Inhalt

+ Tanz mit dem Engel von Ake Edwardson

+ Die Frau, die vom Himmel fiel von Simon Mawer

+ Die Sopranistin von Jörg Thadeusz

+ Drift von Michel Bozikovic

+ Im Durcheinanderland der Liebe von Francois Lelord, gelesen von Johannes Steck

+ Ein super süßen Fleißbienen Button

+ Ein Lolly, der in (und das ist der absolute Hit) einer kleinen Quadratischen Verpackung, im Nachtzirkus Stil, ist.

 

Vielen, vielen Dank !!

 


6.12.12 18:39


S. Fröhlich und C. Kleis, Diät – Deutsch


Diät – (griech. Diaita) bedeutet im ursprünglichen Sinne Lebensführung und/oder Lebensweise und wird erst seit den letzten paar Jahrzehnten als Abnehmwahn oder Hungerkur angesehen, mit erschreckenden Beispielen und misslichen Erfolgen.


Das Cover ist ganz im Stil von Langenscheidt.

Es ist gelb und hat das bekannte dicke, blau eingerahmte L auf der oberen Hälfte. Darunter steht noch einmal, in schwarzen Druckbuchstaben, Langenscheidt ausgeschrieben. Danach folgt das Thema, in diesem Fall Diät – Deutsch / Deutsch – Diät.

Unter der Themenbekanntgabe sind die Autorinnen Susanne Fröhlich, mit einer Torte, und Constanze Kleis, mit einer Hantel, zu sehen. Enden tut alles mit einem kurzen Spruch, Fröhlich durch dick und dünn.

Auf der Rückseite ist eine, in fünf Teile, zerstückelte Inhaltsangabe, die den Inhalt im großen und ganzen ausreichend zusammenfasst.


Das Büchlein beginnt mit einem Intro und geht fast fließend über zum ersten Kapitel. Dies fängt erst einmal mit der Geschichte des Diätens an. In den weiteren sechs Kapiteln geht es dann weiter mit Begriffserklärungen, Mythen und Märchen, Statements von Promis oder originellen Ausreden rund ums Abnehmen. Dabei kommt einen das meiste schon sehr bekannt vor und auch in dem Buch selbst erlebt man einige Wiederholungen, die nur neu verpackt wurden um ein weiteres Kapitel anzuführen. Am besten gefallen haben mir da noch die „Abspecktipps aus der Tierwelt“, die einer der wenigen Neuheiten war. Auch bestimmte Zitate von bekannten Personen waren hin und wieder mal ganz interessant sowie die Tipps in den farbigen Kästchen. Die Bilder, Diagramme und Tabellen sind witzig, süß und teilweise originell, so besteht zum Beispiel ein Kreisdiagramm aus einem Keks. Was mich allerdings massiv gestört hat, war, dass diese immer den laufenden Text unterbrochen haben und somit auch der Lesefluss oft ins stocken kam. Neben den ganzen Grafiken sind auch die Texte sehr farbenfroh und intensiv. Die Texte und Definitionen sind meist mit viel Ironie und Sarkasmus bestückt, leider geht der Witz oft durch das altbekannte verloren, denn, wenn man etwas schon zwanzig mal gehört hat, wird es irgendwann auch mal weniger lustig. Dabei wird der Leser oft angesprochen und es scheint, dass das Büchlein eher etwas für Frauen ist, zumindest ist so mein empfinden.

Mit 128 Seiten und einer Maße von 15,5 cm x 10,0 cm (L x B) ist das Buch relativ schnell durchgelesen und ebenso schnell auch wieder vergessen. Ich bin froh mir das Buch nur ausgeliehen zu haben, denn wenn ich es gekauft hätte, hätte ich mich tierisch geärgert 9,99 € auszugeben, für Dinge die jeder schon kennt und Menschen, die Abnehmen wollen, fast schon als Geisteskrank dargestellt werden. Um so fragwürdiger halte ich auch die Werbung am Buchende für „YOGA zum Abnehmen“. Doppelmoral !


☻ ☻ ☺ ☺ ☺

27.11.12 18:38


Linwood Barclay, In Todesangst


Wieder einmal wurde ich von L. Barclay total in den Bann gezogen !


Aber erst einmal zum Cover, welches großen Wiedererkennungswert mit den anderen Barclay - Büchern hat.

Der Titel ist leicht erhöht und in dicken weißen Druckbuchstaben. In dem O von Todesangst ist wieder eine Menschengestalt zu sehen. Der Hintergrund ist nur Schemenhaft. Bei genaueren Hinsehen entdeckt man neben dem markanten Handschatten auch einen dazugehörigen Oberkörper. Das ganze spielt sich farblich zwischen rot und hellem schwarz ab. Das Cover und der Titel passen perfekt zur Handlung.


Beginnen tut das Buch mit einem relativ langen Prolog, der fließend zum ersten Kapitel übergeht.

Tim Blake, Vater einer 17 Jährigen Tochter, hat allerhand zu tun. Neben seinem Job als Autoverkäufer möchte er sich in den Ferien, die seine Tochter zur Zeit hat, mit ihr Beschäftigen. Doch auch sie arbeitet und so bleibt meist nur Zeit für einen gemeinsamen Abend. An diesem Abend taucht Sydney jedoch nicht wieder auf und nach erfolglosen suchen muss sich Tim unweigerlich die Frage stellen: Wo steckt und wie gut kenne ich meine Tochter ?


Auch in diesem Roman ist es wieder der Vater, der für sein Kind kämpft und durch ehrliche und bedingungslose Liebe auffällt. Obwohl Tim, genau wie der Leser, völlig im ungewissen Schwebt, glaubt er, dass seine Tochter nichts unrechtes getan hat und mit Sicherheit einen guten Grund für ihr verschwinden hat oder ein Opfer eines kriminellen ist. Dabei bleibt er zu jeder Zeit authentisch und sympathisch.

Neben dem Leben von Tim erfährt man auch etwas über Sydney. Im ersten Moment lernt man sie als normalen Teenager kennen, launisch aber liebenswert. Sie kommt selten selbst zu Wort und so lernt man sie nur durch Erzählungen von Tim kennen. Dennoch ist auch sie eine Person, die nicht unnahbar bleibt, sondern eine persönliche Note in der Handlung bekommen hat.

Unnahbar jedoch bleibt Detektive Jennings, nicht durch die Beschreibung von L. Barclay, sondern durch ihr Verhalten, ihrer Unentschlossenheit ob sie „guter Cop oder böser Cop“ spielen will. Darunter leidet auch die Sympathie zu ihr, was allerdings nicht weiter schlimm ist, da eh Tim der Protagonist ist.

Auch alle weiteren vorkommenden Personen wurden ausreichend ausgearbeitet.


Der Schreibstil ist dabei, wie von Barclay gewohnt, Detailreich und ausschweifend, aber nie unnötig in die Länge gezogen. Die Dialoge sind authentisch sowie die Personen, die zu jeder Zeit echt blieben und nicht zu Superhelden mutierten. Neben den Dialogen wurde die Geschichte aus der Sicht von Tim in Ich – Form erzählt.

Weiterhin kam nie Langeweile auf, ein spannendes Kapitel nach dem anderen folgte. Dabei wurden immer wieder neue Fragen aufgeworfen und neue Wendungen entstanden, die jede Menge Action versprachen und hielten, bis zum Schluss.


Fazit: Die Geschichte hat mich, wie oben schon erwähnt, wieder einmal total in den Bann gezogen und deswegen werde ich mir auf jeden Fall bald wieder einen Barclay – Thriller besorgen und gebe an jeden, der mich fragt, eine klare Kaufempfehlung weiter.

 

☻ ☻ ☻ ☻ ☻

26.11.12 16:21


Josh Bazell, Schneller als der Tod


Ein Strudel aus Gewalt, Mord und Hoffnung.


Das Cover ist recht Schlicht und in zwei Farben gehalten, schwarz und rot.

Zu sehen ist eine Silhouette von einem Mann mit einer Waffe, schnell lässt es sich natürlich vermuten, dass es sich dabei um Pietro handelt. Man folgt der Waffe, welche nach unten gerichtet ist, und blickt auf eine riesengroße rote Blutlache, in der der Titel „Schneller als der Tod“, in dicken schwarzen Druckbuchstaben, steht. Um der Blutlache herum sind noch vereinzelte dicke Blutspritzer und der Name des Autors „Josh Bazell“ streckt sich von der Pfütze aus zum Coverrand, in dünnen roten Druckbuchstaben, hin.

Auf der Rückseite findet man nicht wie gewohnt eine Inhaltsangabe vor, sondern einen Lobgesang von der FAZ, taz, Die Zeit, Die Welt und von Deutschlandfunk.

Eine kurze Inhaltsangabe ist auf der zweiten Innenseite des Buches zu finden, welch die relative Rahmenhandlung wiedergibt.

Alles in allem finde ich das Cover ziemlich passend, die Inhaltsangabe ganz ok und die Rückseite mit dem ganzen Lobgesang, ehrlich gesagt, etwas zu protzig.


Bevor nun die eigentliche Story beginnt ist noch ein Zitat von Camus zu lesen, welches sehr treffend ist und zum Nachdenken anregt.

Ab dem ersten Kapitel geht es gleich voll auf los und man merkt sofort, dass dies keine Story ist, die einen mit Samthandschuhen in den Bann zieht.

Dr. Peter Brown alias Pietro Brnwa alias Bärentatze ist ein Arzt im wohl katastrophalsten Krankenhaus von Manhattan, New York. Als wäre das nicht schon Graus genug, begegnet Peter auf seiner täglichen Visite einem alten bekannten aus seiner längst abgeschlossenen Vergangenheit, genauer gesagt aus seiner Mafia Vergangenheit. Dieser erkennt ihn sofort und fürchtet sein neustes Auftragsopfer zu sein. Durch einen raffinierten Schachzug ändert sich jedoch plötzlich die Lage und Peter muss nun gegen die Zeit und seiner Vergangenheit spielen.

Er muss Schneller als der Tod sein.


Peter – Pietro – Bärentatze ist kein sympathischer, aber ein annehmbarer Protagonist.

Im ersten Moment wirkt er sehr kaltherzig, Gewalttätig und völlig daneben durch sein ständigen Konsum von Medikamenten. Auch im zweiten Moment gewinnt er nicht gerade an Pluspunkten. Sein Charakter bleibt recht konstant und macht keinen großen Wechsel oder Veränderungen, durch prägende Situationen, durch. Es scheint fast so als lernt er nicht dazu und wenn doch, dann geht dies in die falsche Richtung.

Er ist, vor allem in den „Heute“ Kapiteln, sehr Selbstsicher, cool und lässig und bewahrt, selbst in kritischen Momenten, immer einen kühlen Kopf, soweit das zugedröhnt möglich ist.

Seinen Patienten gegenüber scheint er einer von den wenigen zu sein, die noch nicht völlig aufgegeben haben und sich aus dem Überleben der kranken, mehr oder weniger, noch etwas machen.

Andere Personen blieben eher flach und farblos, was allerdings völlig ok ist, da das Hauptaugenmerk sowieso auf Peter – Pietro – Bärentatze lag, der ein Opfer seiner Vergangenheit ist.


Der Schreibstil ist rasant und unterkühlt. Es scheint so, als ob dies extra cool sein soll, was ich allerdings zuerst als nervig und ungewohnt empfand und deshalb eine Weile brauchte, um dies zu mögen. Hat man sich jedoch damit erst einmal abgefunden ist und bleibt es annehmbar. Weiterhin ist die Sprache auch sehr hart, teilweise skurril und vulgär und mit jeder Menge Zynismus und Sarkasmus geprägt.

Eine Besonderheit sind die ständig vorkommenden Fußnoten, die medizinisches und Mafia bezogenes erklären sollen und noch einmal jede Menge Witz mit sich bringen.

Die Kapitel wechseln konstant zwischen Vergangenheit und dem Jetzt. Dabei ist es immer Peter – Pietro – Bärentatze der die Geschichte in Ich – Form erzählt. Die Vergangenheit spielt sich dabei in Jahren bzw. Monaten und Wochen ab. Das Jetzt spielt an einem einzigen Tag bzw. einer einzigen Schicht.

Am Ende des Buches bekommt man eine kurze Leseprobe des neuen Buchs von John Bazell, wo der Protagonist wieder ein neues Leben anfängt. Ich war mir lange nicht sicher ob ich dies wirklich auch noch lesen möchte, doch der Schluss von „Schneller als der Tod“ hat mich überzeugt, da er es noch einmal richtig in sich hatte.


Fazit: Das Buch ist Genre übergreifend und sollte nicht nur als Thriller gesehen werden. Auch darf man einige Momente bzw. Situationen nicht all zu ernst nehmen. Wenn man dies berücksichtigt und sich darauf einlassen kann ist es ein durchaus lesenswertes Buch, welches ein paar Unterhaltsame Stunden bringen kann.


☻ ☻ ☻ ☻ ☺

24.11.12 17:27


 Marc Fitten, Elsas Küche

 

Eine Geschichte rund um Paprikahühnchen, Schweinelende und Lebensdramen.


Aber erst einmal zum Cover, welches ein perfektes Aushängeschild für die Geschichte ist.

Zu sehen ist eine rote Paprika, die in vier Teile aufgeschnitten wurde.

Als erstes ist der Paprikakopf und der Strunk zu sehen, darunter steht „Elsas“, danach folgt wieder ein Stück Paprika und darunter steht „Küche“. Darunter ist wieder ein Paprikastück, gefolgt von dem Wort „Roman“ und dann folgt das Paprikaende. Die Schrift ist in dicken und dunkel purpurfarbenen Druckbuchstaben.

Der Hintergrund erinnert einen an ein altes Kochbuch von Omi. Es ist sehr orangefarben und hat in regelmäßigen abständen Blumen- und Strichmuster.

Alles in allem sieht es wie ein Kochbuch aus, welches einige Geheimnisse mit sich trägt.

Die Inhaltsangabe ist im großen und ganzen ganz passend, nur mit der Bezeichnung witzig und Komödie hab ich ein kleines Problem, denn, meiner Meinung nach, war fast gar nichts wirklich zum lachen.


Bevor die eigentliche Geschichte beginnt ist ein Zitat von Emily Dickinson zu lesen, welches zuerst in englisch und dann in deutsch da steht. Wenn man am Ende des Buches sich noch einmal dieses Zitat anschaut kann man es als Warnung, Fazit, Ermahnung und Ratschlag à la „Und die Moral von der Geschicht ..“ verstehen.

Danach geht es auch gleich mit der Geschichte los und man lernt erstmals Elsa und ihr Leben kennen.

Elsa ist 48 Jahre jung und eine spitzen Köchin. Sie führt ein eigenes Restaurant, die Tulpe, und sehnt sich, nun wo alles einigermaßen glatt läuft, nach etwas neuem. Da kommt es ihr gerade recht von einem Kritiker zu erfahren der durch die Welt reist, Restaurants besucht und am Ende die Silberne Suppenkelle verleiht. Nun setzt sie Himmel und Hölle in Bewegung um auch eine Chance zu bekommen und merkt dabei nicht wie ihre glatte Welt, langsam aber sicher, immer tiefere Risse bekommt.


Echte Sympathieträger gibt es hierbei nicht.

Elsa ist am Anfang schwer einzuschätzen und zeichnet sich durch verschiedene Facetten aus, sie ist teilweise eine nette und liebenswerte Person die sich innerhalb einer Minute in eine kaltherzige und undurchschaubare Frau verwandeln kann. Es wurde zwar mal angedeutet das die härte nur als Schutz vor Verletzlichkeit dient, doch falls dies der Fall war wurde es echt gut kaschiert bzw. zu gut. Weiterhin ist sie sehr fordern, aber nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst.

Auch andere Personen konnten mich nicht überzeugen. So bleibt der Küchenchef immer nur der Küchenchef, einen Namen erfährt man bis zum Schluss nicht. Dora, die junge Konditorin, kommt kaum zu Wort und wenn doch, dann wirkt sie sehr überheblich und auch die Roma – Kinder waren eine Plage, statt einer süßen Bereicherung. Den Kritiker empfand ich als eine zwielichtige Person und die Abneigung ihm gegenüber hielt sich bis zum Schluss. Einzig allein die Dozenten von Elsa empfand ich als sympathisch und liebenswert, doch diese spielten nur eine kleine Nebenrolle.

Dennoch blieben alle, samt den Dozenten, sehr unnahbar, farblos und zeichneten sich durch nichts spezielles aus, so das sie schnell in Vergessenheit geraten.


Der Schreibstil wahr sehr leicht und Detailreich. Viele Gefühle und Gedanken wurden ausführlich verpackt durch das Beschreiben von einem Gericht, einer notwendigen Herstellung und Handlung sowie einem Vergleich. Die meiste Zeit ist das Restaurant, „Die Tulpe“ von Elsa, die Kulisse für die ganzen Dramen, welches sich in Ungarn, genauer gesagt in Dèlibàb befindet.

Weiterhin wird die Geschichte von einem Erzähler aus der Sicht der jeweiligen Person erzählt. Dominant tritt dabei natürlich Elsa hervor, doch auch der Küchenchef, Dora, der Kritiker und die Straßenkinder bekommen ein paar Kapitel um zu Wort zu kommen.

Zu erwähnen wäre auch noch, dass sich das Buch selbst in „erstes Buch“ und „zweites Buch“ aufteilt. Dies geschieht ungefähr in der Hälfte und es scheint fast so als wäre es als „Davor“ und „Danach“ zu verstehen, welches von einem besonders hervorstechenden Moment abhängig gemacht wurde. Nichts desto trotz bleibt der Stil von Anfang bis Ende gleich.


Fazit: Die Gerichte klingen hervorragen, der Geschichte hingegen fehlt es leider an Würze und so dient sie nur zur netten aber sehr kurzweiligen Unterhaltung.


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18.11.12 21:09


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